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Frank Wienecke
26th May 2026

Elektromobilität ohne Seltene Erden? Was Mahle mit seinem neuen Elektromotor verändern könnte

Technik

Die Elektromobilität entwickelt sich rasant. Gleichzeitig wächst der Druck auf Hersteller und Zulieferer, effizientere und nachhaltigere Technologien zu entwickeln. Besonders ein Thema beschäftigt die Branche seit Jahren: die Abhängigkeit von seltenen Erden.

Viele Elektromotoren benötigen Materialien wie Neodym oder Dysprosium – Rohstoffe, deren Gewinnung teuer, geopolitisch sensibel und ökologisch umstritten ist. Genau hier setzt Mahle mit einem neuen Motorenkonzept an.

Der Technologiekonzern arbeitet an einem Elektromotor, der ohne seltene Erden auskommt und dennoch hohe Effizienzwerte erreichen soll. Für die Automobilindustrie könnte das ein wichtiger Schritt sein.

Warum seltene Erden in der E-Mobilität zum Problem werden

Permanentmagnetmotoren gelten aktuell als besonders leistungsfähig und effizient. Deshalb kommen sie in vielen Elektrofahrzeugen zum Einsatz. Der Nachteil: Sie sind stark von seltenen Erden abhängig.

Die Rohstoffe sind nicht nur kostspielig, sondern sorgen auch für Unsicherheiten in den globalen Lieferketten. Hinzu kommen ökologische Herausforderungen beim Abbau sowie die starke Abhängigkeit von einzelnen Förderländern.

Gerade europäische Unternehmen suchen deshalb nach Alternativen, um langfristig unabhängiger zu werden.

Das Besondere am neuen Mahle-Elektromotor

Mahle verfolgt bei seinem Motorenkonzept einen anderen Ansatz. Statt Permanentmagneten setzt das Unternehmen auf eine kontaktlose Stromübertragung innerhalb des Rotors. Dadurch kann auf seltene Erden verzichtet werden.

Gleichzeitig soll der Motor hohe Wirkungsgrade ermöglichen – insbesondere in verschiedenen Lastbereichen, wie sie im realen Fahrbetrieb häufig auftreten.

Für die Industrie ist das interessant, weil dadurch mehrere Herausforderungen gleichzeitig adressiert werden:

  • geringere Rohstoffabhängigkeit
  • stabilere Lieferketten
  • nachhaltigere Produktion
  • potenziell niedrigere Kosten
  • höhere Zukunftssicherheit

Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Automobilindustrie. Auch in Bereichen wie Nutzfahrzeugen, Maschinenbau oder industriellen Antriebssystemen könnten solche Technologien künftig an Bedeutung gewinnen.

Was das für die Industrie bedeutet

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Anforderungen an moderne Antriebstechnologien verändern.

Neben Leistung und Reichweite spielen inzwischen auch Faktoren wie Nachhaltigkeit, Materialverfügbarkeit und Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Unternehmen müssen Technologien heute nicht mehr nur technisch bewerten – sondern auch wirtschaftlich und geopolitisch.

Gerade deutsche Zulieferer stehen dabei unter hohem Innovationsdruck. Wer neue Lösungen schneller industrialisieren kann, verschafft sich entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Gleichzeitig verändert die Transformation ganze Wertschöpfungsketten – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Qualitätssicherung.

Neue Anforderungen an Fachkräfte

Mit neuen Technologien verändern sich auch die Anforderungen an Ingenieur:innen und technische Spezialist:innen.

Besonders gefragt bleiben Fachkräfte aus Bereichen wie:

  • Elektrotechnik
  • Leistungselektronik
  • Embedded Systems
  • Softwareentwicklung
  • Automotive Engineering
  • Testing & Validation
  • Produktionsentwicklung

Vor allem die Verbindung aus klassischem Engineering und digitalen Kompetenzen gewinnt weiter an Bedeutung.

Unternehmen suchen zunehmend nach Expert:innen, die technologische Innovationen nicht nur entwickeln, sondern auch schnell in industrielle Prozesse überführen können.

Innovation wird zum Wettbewerbsfaktor

Die Entwicklung rund um alternative Elektromotoren zeigt, wohin sich die Industrie bewegt: weg von reiner Leistungsoptimierung – hin zu ganzheitlich gedachten Technologien.

Für Unternehmen bedeutet das:
Innovationsfähigkeit wird mehr denn je zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Und für Fachkräfte entstehen spannende Möglichkeiten, die industrielle Transformation aktiv mitzugestalten.